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Naturschutzgruppe Herschbach
Sektion des Kur- und Verkehrsvereins Herschbach
Liebe Naturfreunde,
sicher haben sie es mitverfolgt, das ehrgeizige Artenschutzprojekt „Waldrapp". Es handelt sich hierbei um eine weltweit im Bestand bedrohte Vogelart. Zoologen und Naturschützer versuchen, den Vogel in seinem ehemaligen Verbreitungsgebiet nördlich der Alpen wieder anzusiedeln. Kosten spielen dabei keine Rolle. Medienwirksam hat man die ausgewilderten Waldrappe mit einem Ultraleicht-Flugzeug auf ihrem gefährlichen Zugweg ins afrikanische Winterquartier begleitet und dafür umfangreiche Spenden erhalten. Es ist gewiss begrüßenswert, eine Art die an vorderster Stelle der „Roten Liste" steht, in ihrer Existenz auf unserem Planeten zu erhalten.
Umso verwerflicher erscheint es, dass die Jagd auf Zugvögel nicht allein ein Thema in den sog. Schwellenländern ist. Insbesondere südeuropäische Jäger erbeuten auf unserem Kontinent Jahr für Jahr allein über 37 Millionen Singvögel, darüber hinaus viele andere Vogelarten. Bei uns streng geschützte Limikolen wie Kiebitze, Große Brachvögel, Bekassinen u.a. werden Opfer der Verfolgung durch Jäger. Als Nebenprodukt bereitet die verwendete Bleimunition ein flächiges Problem. So sollen 60% der älteren Wildgänse durch nicht letale Schussverletzungen Bleischrote im Körper tragen, eine schleichende Vergiftung dieser Tiere, von Nahrungsketten und der Umwelt.
Von der Roten auf die Schwarze Liste
Und wie sieht es in Deutschland aus? Nicht viel besser! – Seit dem Jahr 2009 steht eine neue (Zug-) Vogelart in Rheinland-Pfalz per Rechtsverordnung auf der „schwarzen Liste", der Kormoran. Deutschlandweit werden j. J. ca. 15.000 Tiere geschossen und in die Tonne geworfen. Bejagt werden dürfen sie auch in Schutzgebieten, wie Natur- oder Vogelschutzgebieten, ohne Rücksicht auf die Störungen der anderen dort lebenden oder überwinternden Arten, die im Überwinterungsgebiet nur ohne Beunruhigung und Massenflucht die zum Überleben notwendige Kondition halten. Bei uns geschossene Kormorane sind Zugvögel, die hauptsächlich aus Dänemark, den Niederlanden und Polen im Winter zuwandern. Können wir uns in Deutschland unter dieser Voraussetzung weiter glaubwürdig gegen die Zugvogeljagd in anderen Ländern einsetzen? Viele Vogelarten wurden in vergangenen Jahrhunderten durch Bejagung ausgerottet (Uhu, Fischadler, Kolkrabe) und das Trauerspiel setzt sich in der Gegenwart fort. Jeder weitere menschliche Eingriff in das komplizierte Räderwerk der Natur verschlimmert den schon jetzt bedenklichen Zustand unserer Ökosysteme. Bleibt zu hoffen, dass möglichst wenig Jäger aus Gewissensgründen mit ihrer Flinte auf den „Vogel des Jahres" anlegen, entgegen den Forderungen aus der Fischerei.
Zu unseren Fachexkursionen noch einige Tipps:
Wir bitten um zweckmäßige Bekleidung, da wir uns auch abseits der festen Wanderwege im Gelände bewegen. Unsere Veranstaltungen finden bei jeder Witterung statt. Hinweise zu zusätzlich benötigten Ausrüstungsgegenständen finden Sie bei den Beschreibungen der einzelnen Veranstaltungsangebote. Die Teilnahme ist in der Regel kostenfrei. Wir freuen uns über Ihren Besuch, ganz besonders über die Kinder und Jugendlichen. Alle unsere Veranstaltungen werden zusätzlich in der örtlichen Presse bekannt gegeben. Wenn Sie uns kennen lernen möchten, wir treffen uns an jedem ersten Mittwoch im Monat um 20.00 Uhr im katholischen Pfarrheim in Herschbach. Bei allen Fragen zum Naturschutz und Artenschutz im heimischen Raum stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
Joachim Kuchinke, Bleichstraße 49, 56249 Herschbach, Tel. 02626/3646005 oder 0176/96529382 Klaus Laux, Dr. Hans Brüll Straße 33, 56249 Herschbach, Tel. 02626/7248 oder 0160/4636976 Verantwortlich für Text und Layout: Joachim Kuchinke
Nachfolgend unsere Veranstaltungen in 2011
Erneuerbare Energie aus Sonnenkraft – die Solarstromgemeinde Oberdreis
Die auf die Erde eingestrahlte Sonnenenergie entspricht etwa dem zehntausendfachen des aktuellen menschlichen Energiebedarfs.
Treffpunkt: Donnerstag, den 28.04.2011 um 18.00 Uhr an der L 268 von Rossbach in Richtung Oberdreis, ca. 200m hinter dem Ortsteil Tonzeche rechts ab bis zur Einfahrt der Erddeponie.
Ortsbürgermeister Dieter Klein-Ventur von der Gemeinde Oberdreis stellt die in 2011 ans Netz gegangene Fotovoltaikanlage vor, eine Kooperation zwischen dem Investor Sybac-Solar und der Kommune Oberdreis. 2 Millionen Euro hat die Gemeinde investiert und garantiert ihren Bürgern einen ökologisch produzierten Strom. Sie ist damit einzige Solarstrom-Gemeinde im Kreis Neuwied, autark gegenüber den herkömmlichen Energieanbietern.
Dauer der Veranstaltung ca. 1,5 Stunden.
Unser Schätzchen
Abendspaziergang unter uralten Bäumen.
Treffpunkt: Mittwoch, den 11.05.2011 um 18.00 Uhr auf dem Waldweg beim Marienhof 56249 Herschbach an der L292 von Herschbach in Richtung Schenkelberg.
Die Vereinten Nationen haben 2011 zum internationalen Jahr der Wälder benannt. Joachim Kuchinke, Revierleiter des Forstreviers Herschbach, zeigt im ältesten Wald der Gemeinde aus 250-jährigen Eichen und Buchen die große ökologische Bedeutung von Alt- und Totholz auf. Dauer der Veranstaltung ca. 2,0 Stunden.
Melodische Sänger im oberen Sayntal
Vogelstimmenwanderung an einem Frühlingsmorgen um Freilingen.
Treffpunkt: Sonntag, den 29.05.2011 um 08.00 Uhr auf dem Parkplatz am Rathaus in der Ortsmitte von Freilingen.
Goerg Fahl, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Vogelschutzwarte Radolfzell kennt sie alle, die Gesänge der Ammern, der Drosseln und Schnäpper. Er präsentiert die eindrucksvolle Vielfalt unserer heimischen Sänger live mit Ton und Bild.
Dauer der Veranstaltung ca. 3,0 Stunden.
Bitte Vogelbestimmungsbuch und Fernglas oder Spektiv mitbringen.
Im Reich der Pfingstnelke
Naturerlebniswanderung im Talzug der Großen Nister in der Kroppacher Schweiz.
Treffpunkt: Mittwoch, den 22.06.2011 um 18.00 Uhr auf dem Parkplatz an der Nisterbrücke bei 57629 Stein-Wingert.
Die reizvolle Tallandschaft der Nister ist nicht nur als Erholungsraum, sondern auch als europäisches Naturschutzgebiet bedeutsam. Dipl. Geograph Markus Kunz, Biotopbetreuer der Naturschutzgebiete des WW-Kreises führt Sie zu einem floristischen Highlight. Die Pfingstnelke hat hier ihr einzigstes Vorkommen im Westerwald.
Dauer der Veranstaltung ca. 2,5 Stunden. Bitte ein Pflanzenbestimmungsbuch mitbringen!
200 Jahre Vogelbeobachtung im Westerwald – Eine Bilanz
Seit etwa 200 Jahren liegen gesicherte Informationen zur Zusammensetzung der Vogelwelt des Westerwaldes vor.
Treffpunkt: Mittwoch, den 19.10.2011 um 19.00 Uhr im Sitzungssaal der Verbandsgemeinde 56242 Selters.
Antonius Kunz vom Arbeitskreis WW der GNOR stellt in seinem Vortrag Menschen vor, die in diesem Zeitraum über die Vögel im Westerwald berichtet haben. Wie haben sie ihr Wissen erworben und weitergegeben? Wie viele Arten sind ausgestorben? Welche Arten sind neu aufgetreten? Wie könnte es weitergehen? – Es erwarten Sie Bilder von Eiersammlern und Krammetsvogelfängern und natürlich von vielen prächtigen Vogelarten.
Dauer des Lichtbildvortrages ca. 2,0 Stunden.
Wanderung zum Jahresabschluss
Wanderung im Herschbacher Wald zwischen den Jahren und zwischen Tag und Nacht mit anschließendem gemütlichen Jahresausklang in der Gaststätte „Am Markt" in Herschbach.
Treffpunkt: Mittwoch, den 28.12.2011 um 16.00 Uhr auf dem Marktplatz in 56249 Herschbach.
Im ersten Teil der Wanderung führt Sie Joachim Kuchinke von der Naturschutzgruppe Herschbach bei Tageslicht in den Wald, der im Lichtschein der Fackeln durchquert wird.
Dauer der Wanderung ca. 2,5 Stunden.
Veranstaltungskalender 2011 zum Download
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